Dating Apps

Dating-Apps

Dass der Mensch von heutzutage ohne Apps so gut wie aufgeschmissen wäre, beweist ein Blick in die Fußgängerzone. Der Typ vor dem Schaufenster schaut gerade, ob er den neuen Sony-Fernseher woanders billiger bekommt. Die ältere Dame schräg gegenüber schaut das Wetter nach und stöbert bereits nach dem Regenschirm. Die Gruppe von Mädels an der Bahnstation chattet, sucht die beste Verbindung nach Hause und bestellt gleichzeitig dazu schon einmal Pizza.

Apps begleiten stets unseren Alltag. War nur eine Frage der Zeit, bis wir auf die Idee kamen, die digitalen Begleiter auch für das Flirten, die Partnersuche oder kurze Affären zu benutzen. Und warum auch nicht? Essen bestellen und hübsche Menschen abchecken liegen manchmal gar nicht so weit entfernt voneinander.

App-Store
Google-play

Welche Dating-App passt zu dir?

Im Prinzip gibt es für jeden Geschmack, jedes Budget und jedes Bedürfnis die richtige App. Bevor man sich anmeldet und Flirten geht, sollt man sich also fragen, wonach man genau sucht und wie viel dafür investieren werden soll.

Willst du etwa die große Liebe über die App finden?

Dann bist du bei den großen Dating Apps richtig, die auch eine Partnervermittlung führen. Im Unterschied zu den reinen Dating-Apps wird hier für die Mitgliedschaft eine monatliche Gebühr gezahlt – zumindest, wenn man das volle Angebot und alle Funktionen nutzen will. Dafür wird Service bei den Anbietern aber gut sein. Darüber hinaus profitierst du von Matching-Verfahren, ausgewählten Partnervorschlägen, großen Ratgeber-Bereichen und Leistungen, die genial auf die eigenen Interessen zugeschnitten sind. Denn wer Apps wie Tinder und Co. in vollem Umfang nutzen will, muss auch hier zahlen.

Wer via Dating-Apps den Partner für´s Leben sucht, hat gute Chancen, hier fündig zu werden. Laut der großen Hochzeitsstudie „So heiratet Deutschland“ der „kartenmacherei“ gaben 18 Prozent aller verheirateten Studienteilnehmer an, dass sie ihren Ehepartner über eine Dating-App oder Partnerbörse kennengelernt haben – damit platziert sich das Internet als Kennenlernort für Ehepaare auf Platz 2. Bessere Verkuppler sind nur die eigenen Freunde.

Vielleicht suchst du die große Liebe, möchtest dich dafür aber nicht extra bei einer Partnerbörse anmelden. In dem Fall solltest du die App Once etwas genauer unter anschauen. Der Anbieter für “Slow-Dating” möchte Singles zusammenführen, die auch zueinander passen. Ob das funktioniert, hängt aber vom Geschmack der “Matchmaker” ab.

Du willst per App nur Leute kennenlernen und Spaß haben?

Dann könnte die Singlebörse LoveScout24 das Richtige sein. Hier findest du flirtwillige Singles, die entweder im “Date-Roulette” kommen oder dank der Umkreissuche “Around me” sofort zu treffen sind. Ob du in der riesigen Community nun einen heißen Flirt oder die große Liebe findest, liegt an dir.

Auf App-Seite ist vor allem Tinder sehr beliebt. Hier geht es in erster Linie um die schnelle Vermittlung von spontanen Flirts. Weil sich die Vorschläge ausschließlich auf große Fotos und kurze Profil-Teste beschränken, steht das Aussehen hier im Vordergrund. Tinder hat daher auch mit dem Ruf zu kämpfen, eine Plattform für schnelle Sexgeschichten zu sein. Wer Tinder für eine reine Sex-Vermittlung hält, tut der weltweit beliebtesten Dating-App damit aber keinen Gefallen. Hier kannst du neben tollen Flirts auch Bekanntschaften im Urlaub, Partybegleiter und echte Freunde kennenlernen – je nachdem was gesucht wird. Wer es allerdings etwas spielerischer angehen möchte, sollte sich die Candidate-App holen und die Community mit kreativen Fragen bombardieren.

Bei den Anbietern mit den vielen O´s (Badoo, Lovoo, Jaumo, Twoo und Zoosk) handelt es sich in erster Linie um Flirt-Apps. Auch hier geht es vor allem darum neue Leute kennenzulernen. Dabei lassen sich die Portale echt was einfallen, um ihre Mitglieder motiviert zu halten. Solche Spielereien wie der “Live-Radar” von Lovoo, die vielen kleinen Kennenlern-Spiele von Twoo oder die Features “Flirt-Karussell” und “Smart-Date” von Zoosk sorgen für eine Abwechslung. Alle Apps folgen dem sogenannten Freemium-Prinzip, nach dem sämtliche Basis-Funktionen kostenlos sind. Wer mehr Funktionen will, wird zu Kasse gebeten.

Machen wir uns ran an den Speck und sehen wir uns die gängigsten Apps fürs Dating an. Dabei schauen wir uns reine Dating-Apps wie Tinder, Badoo, Lovoo und Co. an, aber auch die Apps der größten Partnerbörsen. Zu den beliebtesten Diensten gehören hier sicher die von LoveScout24 und Elitepartner.

Dating Apps von Partnerbörsen

Schauen wir uns zuerst die Dating-Apps von Anbietern an, die etwas von ihren Diensten verstehen sollten: Partnervermittlungen und Singlebörsen. Bei solchen Dating-Plattformen wurden die Apps als Zusatzangebot für die Mitglieder erst nach den bereits erfolgreichen Onlineportalen entwickelt. Deswegen sind sie aber nicht weniger interessant.

Apps wie die von Parship, LoveScout24 oder eDarling haben im Gegensatz zu reinen App-Anbietern ein wissenschaftliches Matching-Verfahren, überprüfte Mitglieder-Profilen, Ratgeber-Bereichen und weisen eine große Datensicherheit auf. So ein großes Service-Angebot kostet natürlich was. Umsonst reinzuschnuppern kann sich aber in jedem Fall lohnen.

Die Parship-App

Mit 5 Millionen Mitgliedern gilt Parship als die größte Partnerbörse in Deutschland. Wer mal eben schnell nach einem Abenteuer sucht, ist hier nicht am richtigen Ort. Bei Parship heißt es, hier soll sich alle 11 Minuten ein Single verlieben und an Bord der “MS Zweisamkeit” einchecken. Die App für iPhone und Android-Geräte sieht nicht nur optisch super aus. Sie bietet in abgespeckter Version alle Features und Funktionen, die es auch auf der Homepage zu finden gibt. Hier finden sich auf einen Blick alle Nachrichten, die richtigen Partnervorschläge und alle Kontakte, die man bisher gesammelt hat. 

Per App kann der User nicht nur “Lächeln” versenden, sondern auch die Suche aufnehmen und individuell nach passenden Partnern suchen. Dank Push-Benachrichtigung und einer großen Foto-Ansicht macht das Flirten von unterwegs aus richtig Spaß. Wie bei den meisten seriösen Partnervermittlungen wird für das Rundum-Paket eine Premium-Mitgliedschaft benötigt. Anmelden ist jedoch kostenlos und wer wirklich die große Liebe finden will, kann dafür auch mal was investieren.

Die Elitepartner-App

Ähnlich wie Parship hat sich Elitepartner ganz der Suche nach der großen Liebe verschrieben. Zwischen den beiden großen Fischen im Partnerbörsen-Pool gibt es allerdings einen großen Unterschied. Elitepartner hat eine bestimmte Zielgruppe in Aussicht: Akademiker und Singles mit Niveau. Hier begegnen sich Studierte, Gutverdienende und das Establishment, um mit bisschen Glück händchenhaltend in Monaco dem Sonnenuntergang zu betrachten. 

Die App von Elitepartner überzeugt, denn eben den Basisfunktionen wie dem Lesen und Verschicken von Nachrichten, dem Durchsuchen der Partnervorschläge und der Bearbeitung der Profilangaben bietet uns Elitepartner auch einige exquisite Features an. Dazu gehört die gut erfundene Umkreissuche, welche Singles in der direkten Umgebung anzeigt. Außerdem hat man von unterwegs aus Zugriff auf viele Inhalte des umfangreichen Elitepartner-Magazins: Ideal, wenn man sich noch schnell vorm ersten Date Tipps für Gesprächsthemen, die richtige Location oder No-Gos beim Flirten holen möchte. 

So ein Service ist natürlich nicht gratis. Aber echte Liebe ist nun mal nicht kostenlos.

Die LoveScout24-App

Wo sich Parship und Elitepartner ganz der Suche nach dem passenden Partner fürs Leben widmen, geht es auf LoveScout24 schon etwas lockerer zu. Wie für eine Singlebörse typisch, wollen die Mitglieder hier in erster Linie neue Leute treffen. Die mit den besten Noten ausgezeichnete Singlebörse hat eine App entwickelt, die sich sogar mit Tinder, Lovoo und Co. messen lässt. Das Feature “Date-Roulette” beispielsweise funktioniert nach dem Tinder-Prinzip: Hier werden dem User passende Singles präsentiert, die mit den Buttons “Ja”, “Vielleicht” oder “Nächster” schnell in die richtige Schublade sortiert werden können. 

Die Umkreissuche “Around me” zeigt Singles in der direkten Umgebung an und erinnert an den “Live-Radar” von Lovoo. Darüber hinaus bietet LoveScout24 seinen Mitgliedern einige Features und Funktionen, die es auch bei der Desktop-Nutzung gibt: Nachrichten und “Smiles” verschicken, Profile durchstöbern, einzelne Singles suchen und filtern sowie das Suchen nach LoveScout24-Events. Wer LoveScout24 in vollem Umfang nutzen möchte, muss Premium-Mitgliedschaft beantragen. Im Vergleich zu reinen App-Anbietern wird dafür aber auch etwas dafür geboten.

Die eDarling-App

Obwohl es eDarling noch nicht so lange gibt wie Parship, Elitepartner oder LoveScout24, gehört das Unternehmen aus Berlin mittlerweile zu den bekanntesten und beliebtesten Partnervermittlungen Deutschlands. Auch eDarling setzt auf die Vermittlung der großen Liebe – allerdings kostet die Premium-Mitgliedschaft bei eDarling im Vergleich zu beispielsweise Parship bisschen weniger. Außerdem hilft eDarling seinen Nutzern etwas: Der mehrstufige Kennenlernprozess erleichtert den Einstieg und eignet sich besonders für zurückhaltende Singles. 

Die eDarling-App beschränkt sich auf das Wesentliche, bietet aber einige Basis-Funktionen wie auf der Desktop-Version. Dazu gehört das Lesen und Verschicken von Nachrichten, das Betrachten von Partnervorschlägen und Profilbesuchern sowie das Hochladen von Fotos direkt vom Smartphone aus. Zu den Highlights gehört sicher die “Was wäre, wenn”-Funktion, bei der eDarling auf einen Teil seiner Matching-Algorithmen verzichtet und den Mitgliedern Kandidaten vorstellt, die sonst nicht in Betracht gezogen worden wären. So kann man auch Singles kennenlernen, deren Körpergröße vielleicht drei Zentimeter unter der Wunschgröße liegt.

Was sind die Unterschiede zu normalen Dating Apps

Apps von Partnervermittlungen und Singlebörsen haben gegenüber den reinen App-Anbietern einen deutlichen Vorteil: Die Anbieter sind meist schon lange im Geschäft, arbeiten ständig an ihren Matching-Verfahren und bieten mit großen Ratgeber-Magazinen und Events das volle Programm. Solche Service-Leistungen gibt es natürlich nicht gratis. Dementsprechend sind zwar die Apps der großen Partnerbörsen kostenlos – wer die vielen Features und unbegrenzte Kontaktmöglichkeiten nutzen möchte, sollte über eine Premium-Mitgliedschaft grübeln. Kostenloses Reinschnuppern kann sich auch lohnen. 

Wer es aber lieber etwas günstiger, spielerischer und simpler mag, sollte auf App-Klassiker wie Tinder, Badoo, Lovoo und Co. Setzen.

Die Dating-App Tinder

Wer sich für Dating-Apps interessiert, kommt an Tinder nicht vorbei. Wie alle guten Social-Media-Geschäfte begann die Erfolgsgeschichte der Flirt-App auf einem amerikanischen Campus. Der Name ist bei Tinder Programm: Was als „Zunder“ begann, verbreitete sich von der University of Southern California aus über die ganze Welt und entwickelte sich zu einem großen Erfolg.

Das Erfolgsrezept ist einfach und clever. Tinder beschränkt sich auf das Wesentliche: das Aussehen. Dem User werden Fotos von angemeldeten Mitgliedern im direkten Umfeld angezeigt. Gefällt einem das Gegenüber nicht so sehr, wischt man das Foto nach links. Gefällt einem, was man sieht, wischt man nach rechts – Swiping nennt sich das Phänomen und kann süchtig machen. Mit einem leichten „It´s a Match!“ wird man darüber informiert, dass das Gegenüber genauso denkt. Jetzt darf los gechattet und geflirtet werden. Mit der Betonung auf den Standort des anderen Singles gilt Tinder als super Möglichkeit für eine schnelle Affäre. Mittlerweile wird die Plattform sogar für den Dreh von Pornos genutzt. Für zwangloses Dating, nette Kneipentouren oder unschuldige Bar-dates eignet sich die Flirt-App aber auch.

Wem seine Daten lieb sind, der sollte sich allerdings wissen, dass man sich nur mit einem gültigen Facebook-Profil anmelden kann. Die Facebook-Daten sowie Fotos werden also direkt mit Tinder verbunden. Die große Datensammlung von amerikanischen Firmen aus ist ein riesiger Markt. Da kann es auch schon mal passieren, dass Gilette den Anbieter für Flirt-Apps damit beauftragt, eine Studie zu Sexappeal von Bartendern zu erstellen.

In Sachen Kosten ändert Tinder gerade sein Konzept. Die Grundfunktionen und das Smartphone-Swiping bleiben kostenlos. Aber es werden Schritt für Schritt immer mehr Zusatzfunktionen zur Verfügung gestellt, für die man zahlen muss. Die Kosten unterscheiden sich je nach Betriebssystem und Alter der User, wobei junge Nutzer weniger zahlen muss. Das könnte in der Zukunft dazu führen, dass viele User auf Facebook ihr Geburtsdatum zurücksetzen, damit sie nicht zahlen müssen.

Die Zusatzfunktionen im kostenpflichtigen “Tinder Plus”-Paket bieten eine manuelle Standorteingabe für Urlaubsflirts, eine „Undo“-Funktion, mit der man sein „Not“ auch nochmal in ein „Hot“ ändern kann, wenn es im Umkreis gerade keinen tollen Personen gibt. Außerdem erhält man dank “Tinder Plus” einmal die Woche einen 30-minütigen Gratis-Boost: Dabei wird das eigene Profil als Top-Kontakt in der näheren Umgebung angezeigt.

Ob Tinder die Basisfunktionen auch künftig kostenlos anbietet, weiß man jetzt noch nicht.

Die zusätzliche Funktion „Super-Like“ kann von kostenlosen Usern nur einmal täglich genutzt werden, wobei zahlende Singles die digitale Funktion häufiger vergeben können. Das Besondere daran: Mit einem Wisch nach oben wird der andere sofort benachrichtigt – das war bisher nur möglich, wenn beide sich gegenseitig positiv bewertet haben.

Wem Tinder mittlerweile zu kurzweilig geworden ist, der sollte sich die auf die Dating-App „Once“ anschauen. Das Ganze funktioniert im Prinzip genau wie Tinder, allerdings bekommt der User hier nur eine Person täglich.  Das mag im Vergleich zu Tinder vielleicht etwas wenig sein, dafür wurde der Kandidat zuvor mithilfe von Algorithmen und Matching-Verfahren sorgfältig ausgewählt – ganz wie bei einer richtigen Partnerbörse.

Tinder Logo

Die Dating-App Once

Die Dating-App Once wird in den Medien oft als das “Anti-Tinder” dargestellt. Der französische App-Erfinder Jean Meyer wollte mit seinem im Jahre 2014 gegründeten Dienst vor allem auf Klasse statt Masse setzen. Während unzählige Tinder-Nutzer den ganzen Tag damit beschäftigt sind, schnell nach links oder rechts zu wischen, geht das ganze bei Once etwas langsamer zu. Hier wird dem Single täglich genau ein Kandidat vorgestellt, auf den er sich 24 Stunden lang (der Timer läuft immer mit) konzentrieren kann. Gefällt einem was man sieht, klickt man auf eine goldene Krone und wartet auf das Okay des anderen, um mit ihm Chatten zu können.

Once setzt bei der Single-Vermittlung auf Menschen. Während viele andere Anbieter auf Algorithmen, Berechnungen und so weiter zurückgreifen, führt Once für die entscheidende Zusammenführung der Flirts rund 250 sogenannte “Matchmaker”, also echte Experten ein. Laut Once werden die “selbstlernenden Algorithmen” nur dazu eingesetzt, um eine Vorauswahl an passenden Kandidaten auszuwählen. Diese werden dann von ausgebildeten “Matchmakern” geprüft, die sich vor allem die Fotos der Singles anschauen und einschätzen, ob es von der Intuition her passen könnte.

Einige Basis-Funktionen bleiben laut Once gratis. Wer für das virtuelle Flirten zusätzliche Features nutzen will, kann sich diese mit der Once-Währung “Kronen” dazukaufen. Dazu gehört die Möglichkeit, sich selbst einen Kandidaten aus den Vorschlägen herauszusuchen. Laut Once sollen den Mitgliedern aber nur maximal zwei Matches täglich vorgestellt werden. Was kostet sonst noch Kronen? Zum Beispiel die Bestätigung, dass bisher verschickte Nachrichten gelesen wurden und die Möglichkeit noch nachträglich Singles kontaktieren, obwohl die 24 Stunden bereits vorüber sind.

Im Internet finden sich zu Once bereits die verschiedensten Meinungen und Reaktionen. Über den Geschmack der “Matchmaker” lässt sich offensichtlich streiten, so dass sich viele User per “Krone” einen selbst ausgesuchten Partnervorschlag kaufen. Auch die Kollegen von Bento zweifeln am Talent der Once-Matchmaker. Auf der anderen Seite wird berichtet, dass die Vorschläge mit der Zeit durchaus besser werden. Gute Künste sollen Zeit brauchen– für den schnell wischenden Tinder-Nutzer sicher eine Umstellung.

once-logo

Die Dating-App Badoo

Die Flirt-App Badoo ist im Jahr 2006 in Russland entstanden. In Deutschland gehört die Dating-App inzwischen zu den größten Anbietern. Wo sich hier etwa 3,5 Millionen Singles tummeln, muss man auch mit ein paar Fake Profilen rechnen. Badoo hat mit dem Ruf zu kämpfen, als Plattform relativ viele Fake-Profile zu beherbergen.

Warum ist die App dann so beliebt? Wahrscheinlich, weil sie zum größten Teil kostenlos ist. Die meisten Funktionen und Features lassen sich verwenden, ohne dass man dem Anbieter etwas zahlen muss. Badoo folgt dem Freemium-Prinzip, was bedeutet, dass die Kontaktaufnahme und das Flirten der User nichts kostet. Für bestimmte Funktionen wie die unbegrenzte Kontaktaufnahme, digitale Geschenke oder eine bessere Positionierung des eigenen Profils muss man mit sogenannten “Punkten” Zahlen. Diese “Punkte” kann man sich verdienen, indem man Freunde wirbt, an Umfragen von Kooperationspartnern teilnimmt oder sich Probe-Abos von Magazinen und Zeitschriften nimmt. Außerdem können die “Punkte” auch gekauft werden – der Preis hängt von der Größe des “Punkte-Pakets” ab.

Wer sich auf Anhieb eine Premium-Mitgliedschaft holen und die vielen Zusatzfunktionen nutzen will, kann die sogenannten „Super Powers“ erwerben.  Hierbei handelt es sich um ein Abo überein, 3, 6 oder 12 Monate, das sich automatisch verlängert, wenn man nicht über Badoo selbst oder über die Anbieter iTunes und Google kündigt.

Die Dating-App Badoo geriet bereits in die Schlagzeilen: Laut des Vice-Magazins sollen einige Nutzerdatenbanken im Internet veröffentlicht worden sein. Das kommt davon, wenn man keine sicheren oder komplizierten Passwörter verwendet.

Dating-App Lovoo

Die Flirt-App Lovoo wurde 2011 von einem kleinen Dresdner Startup-Unternehmen auf den Markt gebracht. Wie viele der anderen Dating-Apps benutzt die Plattform Ortungsdienste, um Menschen zusammenzubringen. Lovoos Aushängeschild ist das Feature „Live-Radar“. Hier werden dem User Singles und sämtliche Aktivitäten im direkten Umkreis angezeigt, sodass man direkt dazu motiviert wird, das sympathische Mädchen aus der Nachbarstraße anzuflirten.

Die Lovoo-App ist eigentlich kostenlos. Wer das volle Angebot nutzen und unbegrenzt kommunizieren will, sollte sich einen „VIP-Zugang“ besorgen. Als VIP wird man beim Flirt-Matching häufiger anderen Singles vorgestellt und besser platziert. Darüber hinaus kann man im sogenannten “Ghost-Modus” ohne Probleme die anderen Singles auschecken, ohne dass sie davon Wind bekommen – Unsichtbar-Stalking, wenn man es so nennen will.

Einige der virtuellen Sonderrechte wie das Versenden von digitalen Küssen lassen sich auch mit sogenannten “Credits” bezahlen. Sparsame Leute können sich die Lovoo-Währung auch ohne Geld besorgen: Wer fleißig ist, wird dafür entlohnt. Und so können die heißbegehrten „Credits“ durch den täglichen Login oder für den Download von Partner-Apps gesammelt werden.

Die Anmeldung bei Lovoo ist übrigens etwas unkompliziert. Eine Registrierung via Facebook ist zwar möglich, aber nicht notwendig. Lovoo wurde vom c’t-Magazin als Abzocke und des Fake-Verdachts kritisiert. So sollen gezielt Fake-Profile weiblicher User in Umlauf gebracht worden sein, die robotisch andere Profile besucht und bewertet haben. In einer von Lovoo veröffentlichten Stellungnahme weist der Anbieter diese Vorwürfe aber zurück. Die dem c’t-Magazin zugesandten Dokumente und Mails könnten schlicht und einfach Fälschungen sein. Selbst die Computerzeitschrift behauptet, dass sich solche Daten rein theoretisch manipulieren ließen.

Dazu kommt, dass die Webseite Heise online 2016 aufgedeckt hat, dass Lovoo seine männlichen Mitglieder mit bis zu 477 Fake-Profilen von weiblichen Nutzern reingelegt und um rund 1,2 Millionen Euro gebracht haben sollen. Mittlerweile sind die Geschäftsführer aus der Untersuchungshaft entlassen worden und wieder frei.

Wer schon einmal über die Flirt-App Voo gestolpert ist und sich über das gleiche Design gewundert hat, dem sei hier geholfen. Die Plattform kommt aus der gleichen Entwicklerrunde und umfasst den gleichen Mitgliederstamm. Im Gegensatz zu der großen Schwester fokussiert sich Voo allerdings mehr auf das Matching-Verfahren und ein Swipe-Feature, das ähnlich dem von Tinder ist.

LOVOO-Logo

Die Dating-App Candidate

Alle lieben Spiele. Jeder ist süchtig nach den Smartphones. Und die meisten von uns haben gerne Schmetterlinge im Bauch. Dabei haben sich die österreichischen Macher der Candidate-App gedacht, sie kombinieren alles und entwickeln ein völlig neues Kennenlernspiel.

Bei Candidate handelt alles um den Austausch. Als User kannst du Fragen an die Community stellen, wie zum Beispiel “Lieber Ketchup oder Mayo?”, “Star-Trek oder Star-Wars?”, “In welche Zeit würdest du gerne reisen?” oder “Was ist deine geheime Superkraft?”. Drei solcher Fragen werden dann an fünf Mitglieder aus der Community verschickt. Als Fragender bewertest du die anonymen Antworten mit Punkten und wählst so deinen richtigen Flirt aus. Erst jetzt siehst du das Profil des Nutzers und kannst mit ihm chatten.

Der spielerische Ansatz hat zwei Vorteile: Zum einen spielt das Aussehen zunächst keine Rolle– wer die witzigsten, kreativsten oder tiefsinnigsten Antworten hat, kommt weiter. Zum anderen hast du mit den Fragen einen direkten Gesprächsstoff.

Candidate möchte auf Tiefgang setzen und den Fokus auf innere Werte und Sympathien legen. Wer hier passende Singles kennenlernen möchte, muss auf sein gutes Bauchgefühl vertrauen.

Aber wo man ungeniert und völlig ungefiltert Fragen stellen kann, da schleichen sich auch blöde Sprüche ein. Vor allem weibliche Candidate-Nutzerinnen berichten, dass sie mit Sex-Fragen überhäuft werden. Und nicht jeder möchte einem fremden Menschen von seiner Lieblingsstellung erzählen. Wie passt das mit dem Anspruch auf Tiefgang zusammen?

Der Gründer der App Markus Mellmann stellt klar, dass die Macher von Candidate viel Wert auf das Feedback und die Rückmeldungen aus der Community legen. Dass viele Sex-Fragen im Umlauf sind, haben sie schon gemerkt. Eine Zensur oder ein Verbot solcher Fragen kommt für sie aber nicht in Frage. Die bessere Lösung: Candidate-Nutzer mit einem großen Interesse an blöden Fragen werden genommen und in eigene Bereiche weitergeleitet. Auf den digitalen Spielwiesen können sie sich mit Gleichgesinnten herumtollen und ungestört Fragen nach allem erdenklichen Sexuellem stellen.

Candidate-Logo

Die Dating-App Jaumo

Die Flirt-App Jaumo ist gebürtige Stuttgarterin und wurde 2011 von den beiden Freunden Jens Kammerer und Benjamin Roth ausgebrütet. Die Plattform schreibt sich das Prinzip des kostenlosen Flirtens groß auf die Fahnen. Bei Jaumo sollen sämtliche Basisfunktionen auch in Zukunft gratis bleiben. Die Kontaktaufnahme ist nicht wie bei vielen anderen Dating-Apps beschränkt. Damit können Singles so viele User anquatschen, wie sie wollen. Zwar kann man sich per „VIP-Mitgliedschaft“ oder dem Erwerb von „Coins“ nette Kleinigkeiten wie eine bessere Platzierung des Profils oder eine Lesebestätigung beim Nachrichtenversand gönnen, allerdings sind diese Features nicht wirklich notwendig, um gepflegt zu flirten. Genauso wie bei der Flirt-App Lovoo kann man sich die „Coins“ auch durch bestimmte Aktivitäten wie Facebook-Likes oder mehr Profilfotos besorgen.

Eine Anmeldung per Facebook ist möglich, aber nicht notwendig. Das Unternehmen legt Wert darauf, datenschutzrechtliche Richtlinien zu befolgen und keine Angaben an Dritte weiterzugeben. Zusammengefasst überzeugt Jaumo durch eine individuelle Profilgestaltung und viele Suchfunktionen. Die App ist für junge Leute gemacht und das ersichtlich– nicht nur am frischen Design und an der teils kostenlosen Nutzung, sondern auch an den rund 10 Millionen Mitgliedern meistens in den 20er sind. Dank der „Zapping“-Funktion (Swipen nach dem Tinder-Prinzip) und der Umgebungssuche macht das Flirten von unterwegs aus viel Spaß.

Jaumo Logo

Dating-App Twoo

Der Anbieter hat in erster Linie eine große Mitgliederzahl von etwa 13 Millionen Usern allein in Deutschland. Ob alle Mitglieder wirklich auf der Suche nach heißen Flirts sind, oder lieber den Community-Gedanken ausleben und die Plattform als lockere Kontaktmöglichkeit und für den Austausch nutzen, kann man nicht klar sagen.

Twoo bietet viele kleine Features wie das Foto-Anklick-Spiel „Entdecken“, den Zufalls-Chat, das Verschicken von digitalen Geschenken und weitere Kennenlernspiele. Es sind nur einige der Features wirklich kostenlos. Und damit kommen wir zum Nachteil der Flirt-App. Wie für eine Singlebörse üblich muss für einige Funktionen gezahlt werden – entweder per „Credits“ oder mit Hilfe der Premiummitgliedschaft „Twoo Unlimited“. Die Kosten sind sich allerdings im unteren Preissegment angesiedelt.

Wer die Apps von Twoo und Zoosk nutzen will, sollte sich über die normale Website anmelden.

Twoo-Logo

Die Dating-App Zoosk

Die kostenlose App der amerikanischen Singlebörse Zoosk überzeugt vor allem durch ein schönes Design und die einfache Handhabung. Während das Dating-Portal weltweit mit fast 38 Millionen Mitgliedern antanzt, sind für Deutschland über eine halbe Million Mitglieder angemeldet.

Ein nettes Spiel ist das „Flirt-Karussell“: Hier können Fotos anderer Mitglieder bewertet werden, wodurch man „Coins“ verdienen kann, die man wiederum in virtuelle Geschenke oder Popup-Mitteilungen investieren kann. Das Feature „Smart Date“ hat sich Zoosk sogar patentieren lassen. Hier werden dem User im alle 24 Stunden Singles vorgeschlagen, die per Matching-System aus dem großen Pool genommen wurden. Zoosk lässt sich innerhalb der Basisfunktionen kostenlos nutzen und folgt mit der Einführung eines „Coin“-Systems dem gängigen Freemium-Prinzip. Allerdings muss dem User deutlich sein, dass er schon für das Verschicken von Nachrichten zahlen muss. Die Kosten befinden sich für eine Singlebörse im niedrigen bis mittleren Preissegment.

zoosk-Logo
Marius Heischner

Marius Heischner

Testredakteur