Die-Geschichte-der-Partnervermittlung

Die Geschichte der Partnervermittlung

Inhalt

Die guten alten Zeiten

Partnervermittlung von der Antike bis zur Neuzeit
Natürlich kann man die Bedingungen der Heiratsvermittlung vor 2000 oder 1000 Jahren nicht mit denen der heutigen modernen westlichen Welt vergleichen. Doch einige Elemente sind bis heute vorhanden, auch wenn sich in der Vergangenheit die Partnerwahl wegen dem sozialen Stand anders gestaltete.

Der (Hoch-)Adel

Egal ob Antike, Mittelalter oder Neuzeit, die Söhne und Töchter aus den obersten Schichten hatten fast nichts mitzureden bei der Wahl der Ehepartner. Hier ging es um Macht- und Besitzvermehrung der Familien. Verantwortlich für die Partnerwahl waren in der Regel das Oberhaupt der Familie, der Vormund oder auch der König selbst, wenn er einen Vasallen belohnen wollte. Die Hochzeiten waren also zum einen politisch motiviert, um Allianzen zu schmieden oder zu verstärken und zum anderen finanziell, um den Familienbesitz zu erhöhen oder abzusichern.

Um geeignete Partner für die blaublütigen Kinder zu finden wurden auch immer wieder professionelle Heiratsvermittler geholt, die für die Brautwerbung verantwortlich waren.

Die Mittelschicht

Auch der mittlere Adel oder die höhere Mittelschicht hatte bestimmt politische Ambitionen, die zum Teil von der Obrigkeit geleitet wurden. Der größere Faktor in der Entscheidung mit wem zusammen das Familienerbe weitergeführt würde, war aber trotzdem der Besitz. Die Familie in die eingeheiratet werden sollte, musste über einen gleichen oder höheren sozialen Status verfügen, um das Ansehen und den Besitz der Familie zu erhalten und im Idealfall noch zu steigern.

Angebandelt wurde hier auf gesellschaftlicher Ebene, auf Bällen, Abendgesellschaften und bei Sonntagsspaziergängen auf den Promenaden der Städte – zum Beispiel bei dem Jungfernstieg in Hamburg.

Eine Ausnahme sind die Juden:
Es sollte innerhalb der jüdischen Gemeinschaft nach strengen Vorstellungen in Sachen Familienhintergrund und Eigenschaften geheiratet werden.

Aufgaben jüdischer Heiratsvermittler:

  • Aufstellen von Chancen und Möglichkeiten auf dem Heiratsmarkt
  • Nennung bestimmter Personen und spezieller Kreise
  • Auskunft über: Vermögen, Familie, Charaktereigenschaften, körperliche Fehler und Vorzüge

So wurden Irrtümer vorher weitestgehend ausgeschlossen, die bei einer zufälligen Begegnung erst mit der Zeit ans Licht kommen würden und somit eine Zeitverschwendung sind.  Im Laufe des 19. Jahrhunderts warben professionelle Heiratsvermittler öffentlich für die Kunden in Zeitungen.

Annoncen waren sehr detailliert, es stand zum Beispiel drin, wenn ein Kunde in ein bestimmtes Gewerbe einheiraten wollte.

Tatsächlich waren diese Heiratsvermittler vom Prinzip her nicht viel anders als die heutige Online Partnervermittlung. Die wichtigsten Rahmenbedingungen wurden von Anfang an geklärt, sodass man mit weniger Risiko in die Ehe gehen konnte.

Händler, Bauern und Gesindel - die soziale Unterschicht

Je niedriger der soziale Stand war, desto freier war man in der Entscheidung des Ehepartners. Die Faktoren waren darauf beschränkt, dass der andere möglichst jung und kräftig warum genug Nachkommen zeugen zu können und körperlich mit anzupacken, um den Lebensunterhalt zu besorgen.

Verkuppelt wurde auf Tanzabenden und vor allem in den sogenannten Losnächten (Nächte, denen eine besondere Spiritualität zugeschrieben wurde) wie der Andreasnacht oder auch Silvester und der Christnacht.

Bis ins späte Mittelalter musste eine Heirat bei unfreien Bauern durch die Gutsherren bewilligt werden. Das änderte sich erst mit der Bauernbefreiung während dem 18. und 19. Jahrhundert.

Früher und heute

Früher

Heute

Finanziell:

  • Mann war der Versorger
  • Vorteile der Frau = finanzielle Absicherung


  • finanzielle Gleichstellung von Frau und Mann
  • Geld spielt normal eine sehr untergeordnete Rolle

Sozial:

  • möglichst endogene (sozial gleichgestellte) Vereinigung
  • Heiratsvermittlung auf einer gesellschaftlichen Ebene


  • es gibt soziale Unterschiede, diese sind jedoch weniger auffällig
  • durch das Internet vermischen sich die Schichten

Physisch:

  • der Mann sollte stark und gesund sein (um versorgen zu können)
  • die Frau sollte jung und gesund sein (um gebären zu können)


  • die alten Muster werden auch heutzutage noch verfolgt
  • Streben nach "der Großen Liebe"

Emotional:

  • christliche Werte wie Treue sollten behalten werden, eine Ehe galt bis ans Lebensende,
  • Scheidung war seit dem späten 19. Jahrhundert gesetzlich zwar möglich, aber nicht gern gesehen


  • Liebe ist die Grundlage einer jeden Beziehung Liebe ist die Grundlage einer jeden Beziehung eine Beziehung ist häufig vorbei, sobald diese Liebe nicht mehr als intensiv genug empfunden wird
  • Streben nach "der Großen Liebe"
Anforderungen an die künftige Beziehung

Früher

Heute

Finanziell:

  • Abklärung der finanziellen Sicherheit des Partners schon vor der Heirat durch Vormund


  • finanzielle Sicherheit immer noch Grundlage einer Beziehung, die zu einer Familiengründung folgt

Emotional:

  • christliche Werte wie Treue sollten behalten werden, eine Ehe galt bis ans Lebensende,
  • Scheidung war seit dem späten 19. Jahrhundert gesetzlich zwar möglich, aber nicht gern gesehen


  • Liebe ist die Grundlage einer jeden Beziehung Liebe ist die Grundlage einer jeden Beziehung eine Beziehung ist häufig vorbei, sobald diese Liebe nicht mehr als intensiv genug empfunden wird
  • Streben nach "der Großen Liebe"

Der Zweite Weltkrieg als Wendepunkt

Von der Industrialisierung an bis hin zum zweiten Weltkrieg war es üblich, dass die Eltern für ihre Kinder entschieden, wen diese heiraten können. Doch durch den großen kulturellen und wirtschaftlichen Einschnitt, den dieser Krieg vor allem für Deutschland bedeutete, änderte sich das quasi über Nacht.

Arrangierte Hochzeiten waren nicht mehr möglich, das Land musste sich wirtschaftlich, substantiell und auch populär erholen. Um das zu gewährleisten war es fast sogar notwendig, dass junge Leute sich früh fanden und eine Familie gründeten.

Und so bekam die Heiratsvermittlung eine neue Wendung. Denn das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit war viel stärker jetzt. Das sogenannte Golden Age of Marriage kam jetzt ins Spiel: die Heirat als feste Basis einer Familienstruktur bekam auf einmal eine immense Bedeutung. Fast 90% der deutschen volljährigen Bevölkerung waren in den beiden Nachkriegsjahrzenten mindestens einmal verheiratet.

Aber diese Ehen waren bis Ende der 1960er Jahre sehr durch alte Rollenbilder geprägt, der Mann war der Versorger und die Frau war zuständig für den Haushalt und die Kinder. Dementsprechend vermittelten professionelle Heiratsvermittler immer noch aus einer wirtschaftlichen Perspektive.

Die Revolution der Liebe

Ein neuer, gewaltiger Wandel, dessen Wirkungen bis heute die Partnervermittlung prägen, brachte die 68-er Bewegung, die daraufhin folgende sexuelle Revolution und die Emanzipation der Frau.

Letztere führte zu einer neuen Verteilung der Ansprüche an den zukünftigen Partner. Frauen wurden immer unabhängiger, waren nicht mehr auf einen Versorger angewiesen, die Gesetzgebung änderte sich ebenfalls nach und nach massiv. Männer gewöhnten sich langsam daran und suchten immer mehr nach einer Partnerin, die ihnen auf Augenhöhe war. Entschieden wurde nach Gefühlen, nicht nach Ruf oder Prestige.

Das machten sich professionelle Partnervermittler zunutze. Auf der Grundlage der neuen Erwartungen in Sachen Liebe und Partnerschaft boten Partnervermittlungen ihre Dienste an, und das sehr erfolgreich.

Entwicklung in Zeiten des Internets

Ein Faktor macht die persönliche (offline) Partnervermittlung bis heute zu einer höheren Dienstleistung: der Preis. Nur wer gut verdient kann so einen Dienst in Anspruch nehmen. Eine günstigere Option war zu allen Zeiten die Kontaktanzeige in Zeitungen. Diese erfreuen sich auch heute noch hoher Beliebtheit, vor allem bei Partnersuchenden ab 50 oder ab 60.

Eine andere Option gewannen an immer größerer Beliebtheit. Seitdem ist Online-Dating immer mehr am Wachsen. Was zu Beginn dieses Jahrtausends noch eher belächelt wurde ist heutzutage vollkommen normal. Um die 40% aller in den letzten Jahren neu entstandenen Beziehungen begannen durch einen Chat im World Wide Web.

Mittlerweile sind die Möglichkeiten im Internet grenzenlos. Wer Glück in der Liebe sucht ist bei Partnervermittlungen mit Matching-System gut aufgehoben, wer sich erst mal nur umschauen und in Profilen stöbern will, sollte sich bei Singlebörsen anmelden, Casual-Dating ist ideal für alle auf der Suche nach einem erotischen Erlebnis.

Marius Heischner

Marius Heischner

Testredakteur